Das Zomba Central Hospital

Das Zomba Hospital ist eines der vier Zentralkrankenhäuser des Landes. Es wird vom Ministry of Health getragen und obliegt der Leitung eines malawischen Arztes. Seit Juni 2018 läuft ein Umstrukturirierungsprozess, der dem Krankenhaus mehr Autonomie und Eigenverantwortung bringen soll. Mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie/Orthopädie,  Gynäkologie/Geburtshilfe, Kinderheilkunde, Anästhesie/Intensivmedizin, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Augen und über 600 Betten dient es etwa 4,5 Millionen Menschen aus dem Umkreis als einziges Referenzkrankenhaus. Das entspricht in etwa der Bevölkerung von Thüringen und Sachsen-Anhalt zusammen. Die deutsche Bundesregierung hat von 1993- 2008 die vier Hauptabteilungen kontinuierlich mit deutschen Ärzten besetzt. Weil trotzdem keine malawischen Fachärzte herangebildet werden konnten, wurde dieses Programmes beendet.

Heute werden 4 Fachabteilungen (Innere, Chirurgie, Anästhesie und Haut) von jungen Malawischen Fachärzten geleitet. Diese sind aber auch die einzigen Fachärzte und nicht selten die einzigen Ärzte überhaupt in ihren Abteilungen. Sie stehen damit nicht nur vor überwältigenden klinischen Herausforderungen sondern auch vor der Aufgabe, ihre Kliniken zu entwickeln. Dagegen steht ein Monatsgehalt dieser Chefärzte von umgerechnet 400€ und kaum (legale) Möglichkeiten für Nebeneinahmen.

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Auch auf den nachfolgenden Ebenen gab es in den letzten Jahrzehnten positive Entwicklungen, die aber den Bedarf nicht decken können. Das Rückgrat der klinischen Arbeit bilden die Clinical Officer. Sie haben eine 3-jährige Fachschulausbildung in Medizin und verrichten danach ärztliche Arbeit. Viele haben mittlerweile eine Spezialisierung, zum Beispiel in Anästhesie oder Orthopädie durchlaufen, einige sogar einen Bachelor- oder Masterabschluß erworben. Ihre klinische Kompetenz reicht oft an die von Oberärzten im deutschen System heran. Limitierend ist zum einen ihre Zahl, die mit der Verdopplung der Bevölkerung in den letzten 20 Jahren nicht Schritt gehalten hat. Zum anderen fehlen ihnen Aufstiegsmöglichkeiten durch klinische Tätigkeit und so liegen ihre Einkommen bei 200-250 € monatlich. Das führt zu einer signifikanten Abwanderung in den Privatsektor und zu den besser bezahlenden internationalen Hilfsorganisationen, von den sehr viele in Malawi, dem ärmsten Land der Welt, vertreten sind.

Ähnlich ist die Situation bei Pflegekräften. Es gibt auf dem Malawischen Arbeitsmarkt zurzeit arbeitssuchende Schwestern und Pfleger. In den letzten Jahren ist viel in die Pflegeausbildung investiert worden. Dem Steuer finanzierten öffentlichen Gesundheitswesen fehlt aber das Geld die Absolventen einzustellen. Bemühungen der auf wirtschaftliche Entwicklung bedachten großen Geber, wie Weltbank und Internationaler Währungsfond, den öffentliche Sektor in Malawi zu begrenzen, wirken hier hemmend.