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Malawi

MAISAKTION IM DÜRREJAHR 2006 / MALAWI

Im Frühjahr 2006 sind in Malawi der Regen und damit auch die Maisernte ausgeblieben. Daraus resultierte vor allem in den trockenen Regionen eine große Hungersnot. Unsere Patienten am Zomba Hospital wollten nicht mehr entlassen werden, weil sie im Krankenhaus kostenloses Essen bekamen. Für die deutschen Ärzte, die zu dieser Zeit am Zomba Hospital tätig waren, gab es kein „normales“ Arbeiten mehr. Wir mussten etwas tun. Ein einziger Brief an die Mitglieder und Sympathisanten unseres Vereins reichte, um in kurzer Zeit etwa 50.000 Euro zusammenzutragen. Mit diesem Geld wurde in den Nachbarländern Malawis Mais und Bohnen eingekauft und anschließend an Bedürftige verteilt. Das war eine logistische „Kraftaktion“, mit der wir etwa 8.000 Familien über die Dürrewochen geholfen haben.

TIKONDANE

Seit vier Jahren unterstützt das Zomba Hospital-Projekt eine kleine Gemeinde nördlich von Zomba. Pastor Waluma hat durch sein Engagement und mit Jenaer Hilfe in den letzten drei Jahren eine Fortbildungswerkstatt für Jugendliche seiner Gemeinde einrichten können. In dieser Werkstatt lernen die Jugendlichen Schreinern und Schneidern. Daneben wird durch Frauen des Dorfes ein Kindergarten v.a. für Waisen aus dem Dorf und den umliegenden Ortschaften betrieben. Durch Marion Engstler, einer deutschen Baptistin in Malawi, die Pastor Waluma regelmäßig besucht, kann ein sehr guter Kontakt zu ihm gehalten werden. Seit dem Beginn dieser Zusammenarbeit hat sich vieles getan: ein großes Haus, das als Werkstatt dient, wurde errichtet, so dass ein regelmäßiger Unterricht stattfinden kann. Die ersten Abgänger können sich durch ihre erlernten Fertigkeiten in den umliegenden Dörfern nützlich machen und Geld verdienen. Mit dem Gewinn aus den Schreinerarbeiten konnte auch schon ein weiterer Bau, der als zusätzliche Werkstatt dienen soll, errichtet werden.

TELEFONANLAGE IM ZOMBA HOSPITAL

An eine Telefonanlage war im neu errichteten Operationstrakt am Zomba Hospital nicht gedacht worden. Spätestens als wir 2005 den ersten Patienten zur Operation von der Station abrufen wollten, fiel auf, dass es an einer Telefonleitung und diversen Apparaten fehlte. Guter Rat war teuer. Dieser kam durch Uli Endt, Fernmeldetechniker aus dem Vogtland, der mit Hilfe von Kollegen und Unterstützung seines Arbeitgebers, der Vattenfall Netcom, mittlerweile das gesamte neue Hospital verkabelt und das modernste Telefonsystem Malawis – mit Notstromaggregate – aufgebaut hat… Seitdem kann er dessen Funktion über Satelliten von Deutschland aus überwachen. Mit regelmäßigen Besuchen erweitert und optimiert er fortlaufend die Anlage.