Container in Zomba angekommen

Heute haben wir Container No 16 (?) ausgepackt. War extrem chaotisch, sieht aber so aus, als sei alles recht geordnet eingelagert worden (Hatte je eine deutsche Studentin für die beiden Lagerräume verantwortlich gemacht, was offenbar eine richtige Entscheidung war (Danke Thekla und Rada!).

Ein Problem war, dass der Hubwagen an die Psychiatrie verborgt worden war, und erst heute Morgen zurückkam, aber kaputt war. Der von ZCH PAM war in Mangochi.

Außerdem war der Container auf einem eigenartigen Anhänger, damit zu hoch und gut ½ m von der Rampe weg. Das erforderte einige Improvisation und viel Muskel- und Nervenkraft.

Dumm auch, dass das Öffnen erst um 1h verschoben wurde, weil die Zöllner in Thondwe einen Autopanne hatten. Das Hospital hat ein Auto ausgesandt, sie zu holen. Das war gerade weg, da kamen die Zöllner mit dem Taxi, und das noch während der Lunch-Hour, die auch die Studenten zuhause verbringen (!?). So waren bei der ersten Hälfte des Containers keine deutschen Studenten da, die Vertreter der einzelnen Stationen und Einrichtungen des ZCH kamen nun auch weniger organisiert als ursprünglich am Morgen, so ging alles recht drunter und drüber.

Die schönen aber schweren Kisten konnten mangels Hubwagen nicht transportiert werden, sie wurde am Container aufgebrochen  und der Inhalt dann an den Bestimmungsort geschleppt, was nicht mein Plan war und hoffentlich nicht zu zu großen Schäden geführt hat.

Damit entstand auch gleich ein Kampf um das Polstermaterial (Op-Wäsche, weiße Klinikwäsche, Abdeckungen) in dem sich junge Malawis (Studenten, aber weiß nicht, woher die kamen) sehr unrühmlich hervorgetan haben: Statt bei der schweren Arbeit mit anzufassen, wurde jede Chance zum Klauen genutzt.

Der harte Kern von JEZOHA hat sich aber wieder wacker geschlagen und die ganze Aktion doch noch zum Erfolg geführt : Levison Phiri, Ducan Goche (der hat das Holz bekommen für sein Hühnerhaus), Finch Nkhata, Mr. Moto (!!!), Chipiliro Nkhonje, Vinceru Lungu.

Vergessen werden sollen auch die nicht, die derweil den Krankenhausbetrieb aufrecht erhalten haben: Eunice Banda, Maryewster Bisiska, Victoria Sembereka und Francis Jerre im OP, Kondwani Dzimbiri und Sylvester Mbuyi in der Unfall/Ortho-Sprechstunde, u. v. a. mehr.

In den folgenden Wochen kann und muss vieles in Angriff genommen werden: OP-Tische und Bildwandler in Betrieb nehmen, Sterilgutlager umorganisieren, Dekontaminationsstrecke neu. Die vielen Verbandsstoffe und die Wäsche, die als Füllmaterial mitkamen verteilen und lagern….. Da ist es vorbei mit der relativen Ruhe!

Übrigens, wenn ich jetzt am Abend so reflektiere: Man stelle sich einmal vor, ein deutsches Krankenhaus, zum Beispiel das in Weimar, bekäme an einem Tag geliefert: 2 neue OP-Tische, OP-Lampen für alle Säle, 8 Patiententragen, 4 US-Geräte, 2 Bildwandler, 1 Endoskopieturm, rd. 20 Monitore, Wäsche und Verbandsmaterial für ein ganzes Jahr …. und müßte das alles binnen 3h aus einem Container mit eigenen Kräften und ohne Technik entladen. Das wäre wahrscheinlich schreiendes Chaos, bzw. würde von vornherein abgelehnt. Diese Option aber lassen wir den Malawis nicht, das wissen die auch, und machen mit, bis zum Sonnenuntergang lachend.

Viele Grüße und nochmal vielen Dank an alle, die mit gepackt hatten!

Olaf Bach